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Geschichte

Altheim gehört wie der Name es andeutet, zu den ältesten Siedlungsorten im Bliesgau. Früheste Spuren einer Besiedlung stammen aus der Jungsteinzeit (2000 - 2500 v. Chr.) . Ein Steinbeil und eine Pfeilspitze wurden bei Ausgrabungen von Hügelgräbern in den Jahren 1928-1935 gefunden. Reichhaltig die Funde aus der Keltenzeit. 36 Grabhügel aus der Bronzezeit (1800 - 800 v. u. ZR), der Hallstattzeit (800 - 400 v. u. ZR) und der Latènezeit (400 v. u. ZR) wurden geborgen. In den geöffneten Gräbern fand man neben Skeletten Messer, Ketten und verschiedenen Schmuck. Auch die Römer lassen sich hier wie in den meisten anderen Orten des Bliesgaus belegen. Verschiedene Landhäuser sind gesichert.

Die Entstehung des Ortes fällt wahrscheinlich ins 7. Jahrhundert. Merowingische Gräber, die hier 1974 entdeckt wurden, deuten darauf hin. Allerdings vergehen 600 Jahre, bis Altheim erstmals im Jahr 1275 schriftlich bezeugt wird. Die Grafen von Zweibrücken sind zu dieser Zeit Herren von Altheim. Um 1500 leben bereits über 100 Menschen im Ort. Der Dreißigjährige Krieg (1618-48) führt jedoch zu einer beinahe vollständigen Verödung. So werden für die Jahre 1643 - 1686 kaum mehr als 2-4 Bewohner gezählt. Erst ab dem Jahr 1688 geht es wieder aufwärts. Die Aussicht zahlreicher Privilegien (zum Beispiel Steuerfreiheit auf 10 Jahre) lockt wieder Menschen in den Ort. 1689 wird die Pfarrei neu eingerichtet. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerungszahl bei 600 stabilisiert. Altheim gehörte lange zu Frankreich. Einige Bannsteine aus dem 17. Jahrhundert mit dem Lothringer Doppelkreuz sind auf dem Ortsgebiet erhalten (öPhoto). 1749 wurde eine französisch-königliche Poststation eingerichtet. Das alte Posthaus wurde 1973 abgerissen. Spät - 1781 - kam die Exklave Altheim (mit Neu-Altheim, Utweiler und Niedergailbach) in leyenschen Besitz. Die Bewohner waren darüber wenig erfreut. In einer Landschaftsversammlung in Ommersheim im Jahr 1789 verlangen Vertreter: "Wir wollen Lothringer sein und bleiben". Dieser Wunsch ging dann im Zuge der französischen Revolution auch in Erfüllung. Aber nur für kurze Zeit, denn nach dem Niedergang Napoleons kam Altheim an Bayern. Den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und den 1. Weltkrieg (1914-18) überstand der Ort ohne sachliche Beschädigungen. Nach dem Krieg kam der Ort zum Saargebiet. Im 2. Weltkrieg wurde de Bevölkerung wie in den anderen Orten des Bliesgaus zweimal evakuiert. Nach dem Krieg waren 85% des Ortes zerstört.


Im Gegensatz zu vielen anderen Orten vollzog sich beim Ortsnamen über die Jahrhunderte hinweg kaum eine Änderung. Im 13. Jahrhundert 'Altheym' und schon Anfang des 14. Jahrhundert Altheim. Im 19. Jahrhundert wurde es zeitweise auch Alt-Altheim - zur Abgrenzung von Neu-Altheim - genannt.

Weitere interessante Informationen über die Geschichte unseres Ortes können im Heimatbuch nachgelesen werden, das anlässlich der 700 Jahrfeier von Altheim 1975 erschienen ist (Vertrieb über den Autor: Helmut Lambert).

 


Das Altheimer Wappen
 

„In Blau ein durchgehendes silbernes Andreaskreuz, belegt mit einer roten Doppelspiralkopfnadel schrägrechts und einem roten Krummstab schräglinks und überdeckt mit einem roten Mittelschildchen, darin ein goldenes Posthorn mit zwei goldenen Quasten“

 


Erläuterung:

Das Wappen spiegelt die geschichtliche Entwicklung von Altheim wieder. Die jeweilige politische Zugehörigkeit des Ortes Altheim ist in verschiedenen Farben dargestellt.

Für die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch (1333-1572) stehen die Farben rot und gold im Mittelschild.

Die Lothringerzeit (1572-1781) wird mit den Farben rot-gold-silber symbolisiert.

Auf die Zugehörigkeit zum Hause „Von-der-Leyen“ (1781-1816) und Bayern (1816-1919) weisen die Farben blau und silber.

Das Andreaskreuz ist das Attribut des Kirchenpatrons.

  • Die Spiralscheibennadel aus der späten Bronzezeit (ca. 1000 v. Chr.) auf dem Kreuzesbalken steht für die vielen bedeutenden Funde vor Ort, von der Jungsteinzeit über Bronze-, Hallstatt-, La Tène-, Römerzeit bis hin zu den Merowingern (ca. 5000 v. Chr. – 750 n. Chr.)
     
  • Der Bischofsstab auf dem gegenüberliegenden Kreuzesbalken ist sowohl Symbol für das Kloster Hornbach, wie auch für den aus Altheim stammenden ehemaligen Speyerer Bischof Nikolaus von Weis (1842-1869).
     
  • Das Posthorn erinnert an die frühe (1748) königlich/französische Poststation in Altheim und das bemalte eiserne Postschild.


Merowingisches Gräberfeld AltheimMerowingergrab in Altheim

Fundstelle in Altheim (Mittelalter um 600)

Hinweise auf Bestattungen aus der Merowingerzeit ( ca. 480 - 700) traten erstmals 1974 bei Erschließungsarbeiten zu einem Neubaugebiet im Blieskasteler Stadtteil Altheim zu Tage. Der Heimatforscher Helmut Lambert meldete dem Konservatoramt in Saarbrücken den Fund eines Schwertes und gab damit den Anstoß zu einer umfangreichen Grabungskampagne.
Dabei wurde mit 119 Gräbern der größte merowingische Friedhof des Saar-Mosel-Raumes entdeckt.

Obwohl bislang wissenschaftlich noch nicht dokumentiert, sorgten Umfang und Ausstattung in der Fachwelt für Aufsehen. So wurde in 30 Männergräbern jeweils ein "Sax", das typisch fränkische einschneidige Kurzschwert, gefunden. Bei fünf weiteren Bestattungen war zusätzlich noch eine "Spatha", ein zweischneidiges Langschwert, beigegeben.

Die männlichen Leichen waren zudem mit Pfeilen und Lanzen, gelegentlich auch mit Schilden "bewaffnet". Frauengräber waren reichlich mit Schmuck ausgestattet. Bunte Perlen aus Glas, Ton, Bronze, Gold, Kalk- und Edelsteinen waren zu Ketten aufgereiht. Anhänger, Nadeln, Ohrringe und Fibeln schmückten die Leichen zudem. Scheibenfibeln, darunter zwei mit verschiedenen Einlagen und filigran ornamentierte Stücke aus Gold bzw. Elektron, stellen die künstlerisch wie handwerklich wertvollsten Funde aus dem Altheimer Gräberfeld dar.