Merowingisches Gräberfeld Altheim
Fundstelle in Altheim (Mittelalter um 600)
Hinweise auf Bestattungen aus der Merowingerzeit ( ca. 480 - 700) traten erstmals 1974 bei Erschließungsarbeiten zu einem Neubaugebiet im Blieskasteler Stadtteil Altheim zu Tage. Der Heimatforscher Helmut Lambert meldete dem Konservatoramt in Saarbrücken den Fund eines Schwertes und gab damit den Anstoß zu einer umfangreichen Grabungskampagne. Dabei wurde mit 119 Gräbern der größte merowingische Friedhof des Saar-Mosel-Raumes entdeckt.
Obwohl bislang wissenschaftlich noch nicht dokumentiert, sorgten Umfang und Ausstattung in der Fachwelt für Aufsehen. So wurde in 30 Männergräbern jeweils ein "Sax", das typisch fränkische einschneidige Kurzschwert, gefunden. Bei fünf weiteren Bestattungen war zusätzlich noch eine "Spatha", ein zweischneidiges Langschwert, beigegeben.
Die männlichen Leichen waren zudem mit Pfeilen und Lanzen, gelegentlich auch mit Schilden "bewaffnet". Frauengräber waren reichlich mit Schmuck ausgestattet. Bunte Perlen aus Glas, Ton, Bronze, Gold, Kalk- und Edelsteinen waren zu Ketten aufgereiht. Anhänger, Nadeln, Ohrringe und Fibeln schmückten die Leichen zudem. Scheibenfibeln, darunter zwei mit verschiedenen Einlagen und filigran ornamentierte Stücke aus Gold bzw. Elektron, stellen die künstlerisch wie handwerklich wertvollsten Funde aus dem Altheimer Gräberfeld dar.
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